Angaben zur Wohnungsgröße in Miet- und Immobilienkaufverträgen weichen sehr häufig von der tatsächlichen Größe ab. Die meisten Mietverträge dürften von diesem Problem betroffen sein. So bestätigte auch der Hauptgeschäftsführer Kai Warnecke vom Eigentümerverband Haus&Grund kürzlich, dass fast alle Wohnflächen-Angaben falsch sind. Basis dieser Aussage war eine durchgeführte Untersuchung von Haus&Grund mit verschiedenen Experten.
Mieter können sich bereits bei einer 10%igen Abweichung der Wohnfläche vom Mietvertrag wehren und auch noch Jahre später Mietminderungen geltend machen. In einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus 2004 (Az. VIII ZR 295/03) wurden einem Mieter bereits über 11.000 Euro zugebilligt (Az. 31 S 6768/13).
Der Bundesgerichtshofs (BGH) entschied kürzlich (Az.: VIII ZR 266/14), ob und wieviel ein Mieter bei einer deutlich größeren Wohnung zahlen muss. Gleichzeitig wurde im Urteil auch die Kappungsgrenze von 10% gekippt. Ab sofort zählt die tatsächliche Wohnfläche!
Bis zu dieser Entscheidung mussten Mieter und Vermieter eine Abweichung von bis zu 10% tolerieren. Mieter konnten Ihre Mietzahlungen kürzen, sobald die Wohnung um mehr als 10% kleiner war. Für Vermieter mußte die Wohnfläche mindestens 10% größer sein. Jetzt zählt bei Mieterhöhungen nur noch die tatsächliche Wohnfläche, unabhängig davon, was im Mietvertrag steht. Demnach darf sich eine Mieterhöhung auch nur noch auf tatsächliche Flächenabweichung beziehen.
Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Kappungsgrenzen auch weiterhin bei deutlicher Wohnflächenabweichung gelten. Mieten dürfen demnach auch dann nicht sprunghaft erhöht werden, wenn die Wohnfläche sehr viel größer als in den Verträgen angegeben ist. Das Gericht entschied, dass Mieten höchstens um 20% steigen dürfen, in bestimmten Lagen sogar nur um 15%.

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